Am Montag, den 23. November 2026 von 17 Uhr bis 18.30 Uhr Online – Herzliche Einladung!
Anmeldung über die Geschäftsstelle der DGSAS, Claudia Heinemann: heinemann.claudia@skfm-duesseldorf.de
Geplant sind folgende Vorträge:
Analgetika in der Hip-Hop-Szene: Möglichkeiten und Grenzen der digitalen Suchtprävention in der Sozialen Arbeit
Sandro Spirig (BA Soziale Arbeit, Alice Salomon Hochschule)
Diese Bachelorarbeit untersucht den Konsum von Tilidin, Codein und Lachgas unter Jugendlichen in Deutschland sowie den möglichen Einfluss der deutschen Hip-Hop-Szene darauf. Auf Basis empirischer Studien wird ein Zusammenhang zwischen Analgetikakonsum und popkulturellen Bezugnahmen angenommen, wobei insbesondere Tilidin und Codein zur Normalisierung beitragen könnten. Im zweiten Teil werden Chancen und Grenzen digitaler Suchtprävention analysiert, wobei niedrigschwellige und szenesensible Angebote als vielversprechend gelten. Voraussetzung für deren Wirksamkeit sind Datenschutz, fachliche Kompetenz und eine glaubwürdige Ansprache. Abschließend wird weiterer Forschungsbedarf betont und ein ganzheitliches, an Drogenmündigkeit orientiertes Präventionsverständnis gefordert.
Trauma- und suchtsensitive Fallreflexion"- Eine aktivierende Forschung zur Entwicklung und Erprobung einer Fallbesprechung für Fachkräfte der Sozialen Arbeit im Kontext von Trauma und Sucht
Hanna Weber (Master Soziale Arbeit, FOM Hoschschule)
In meiner Masterarbeit wurde auf Grundlage einer theoretischen Rahmung die Entwicklung und Erprobung einer „Trauma- und suchtsensitiven Fallreflexion“ für Fachkräfte der Sozialen Arbeit durchgeführt. Die entwickelte Fallbesprechung wurde mithilfe eines qualitativen Forschungsdesigns (Experteninterviews und einer Fokusgruppe) umgesetzt, ausgewertet und evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, dass die trauma- und suchtsensitive Fallreflexion als strukturierend, entlastend und unterstützend von Fachkräften wahrgenommen wird. Weiterentwicklungsbedarfe zeigten sich hinsichtlich der Rolle der moderierenden Person, der Anwendung in interdisziplinären Teams, der Umsetzung in Zwangskontexten sowie innerhalb struktureller Rahmenbedingungen.
Mitgestalten trotz Konsumentscheidung: Partizipationsvorstellungen junger Erwachsener im ambulanten System suchtbezogener Hilfen
Isabella Heilig (M.A. Coaching, Supervision und Organisationsberatung, Universität Kassel)
Welche Vorstellungen von Partizipation entwickeln junge Erwachsene mit Konsumerfahrung im Kontext ambulanter Suchthilfe? Dieser Frage bin ich im Rahmen meiner Masterarbeit anhand qualitativer Fokusgruppen und Interviews nachgegangen. Ausgangspunkt der Analyse war die Beobachtung, dass Partizipation im Material kaum explizit benannt wurde, obwohl vielfältige Formen unterstützenden Handelns sichtbar waren. Die Ergebnisse verschieben den Blick von der Frage, ob Partizipation vorhanden ist, hin zu den Bedingungen, unter denen sie anerkannt, artikulierbar und wirksam werden kann. Im Vortrag werden die zentralen Ergebnisse vorgestellt und ihre Bedeutung für die Weiterentwicklung suchtbezogener Hilfen diskutiert.